Hallo!

 

Mein Name ist Ute und ich wohne mit meinem Mann, meinen Wellis, meinem Pferd und unserer Katze in der schönen,

ländlichen Umgebung von Jever.

Wellis begleiten mich seit meinem 10. Lebensjahr, und im Herbst 2012 hat mir mein Mann einen großen Traum ermöglicht!!!

Wir haben im Garten eine "Welli-Hütte" gebaut, in der jetzt viele lustige, bunte Federbälle wohnen können.

 

Aber jetzt erstmal auf Anfang...

 

Meine Liebe zu Tieren und Natur habe ich seitdem ich denken kann.

Wie viele Mädchen wollte ich natürlich reiten und ein Pferd. Reiten sei viel zu gefährlich und ein Pferd in der Haltung viel zu teuer, sagten meine Eltern.

Ich ging mit den Hunden aus der Nachbarschaft spazieren und wollte gerne einen eigenen Hund... Meine Oma war allergisch

gegen Hundehaare, also auch keinen Hund.

Eine Katze kam auch nicht in Frage, da sie eine Gefahr für die Gartenvögel sind...

Aber ich wollte doch so gerne ein Tier um das ich mich kümmern kann, das mein Freund ist, mit dem ich jeden Tag was erleben kann...

Nach langem Bitten und Betteln bekam ich meinen ersten Wellensittich. Meine Jacky!!!


Jacky kam aus einer kleinen Zoohandlung, war ein wunderschöner weiß-blau-gescheckter Welli und wurde uns als Hahn verkauft...

Der Zoohändler war sich absolut sicher. Hähne wären viel einfacher als Weibchen und würden ganz schnell sprechen lernen, ein einzelner Vogel wird schnell zahm..., bla,bla...

Ich war ein Kind und glücklich über meinen neuen Freund, meine Eltern hatten keine Ahnung, wir glaubten alles...

Jacky wurde schnell zahm. Ich spielte jeden Tag mit ihr, quatschte sie voll: "Jacky lieb", "Jacky ist ein lieber Vogel" etc. Es gab sogar Sprechperlen...

Ich began Bücher über Wellis zu lesen. Aha, Jacky war gar kein Hahn, sondern eine Henne. Ihre Nasenhaut war inzwischen von blau-weiß-lila in braun umgefärbt.

Freiflug hatte sie immer! Sie verfolgte mich ins Bad, badete in meinen Händen im Wasserstrahl vom Waschbecken, turnte auf unserem Frühstückstisch herum, ärgerte unseren Hund, knabberte mit Leidenschaft an Tapeten, Büchern und sonstigen Papieren rum, kam auf Zuruf und mußte nur Nachts in ihren Käfig.

Ein wunderbarer, super zahmer, glücklicher Welli...-dachte ich damals-...

 

Als Jacky ca. 7 Jahre alt war, hatte sie plötzlich ne kleine Beule unterm Flügel, die nach kurzer Zeit anfing zu wachsen und zu eitern. Klar sind wir mit der Kleinen zu einer Tierärztin gefahren. Ohne den Vogel anzusehen, wurde uns einfach nur ne gelbe, klebrige Paste zum Einschmieren mitgegeben. Der einzige Effekt war, daß das Gefieder total verklebte und die Beule weiterhin eiterte.

Wir sind dann mit Jacky zu einer anderen Ärztin gefahren, die sich sehr viel besser mit Wellis und ihren Krankheiten auskannte. Sie untersuchte meine Maus obergründlich, wusch ihr das Gefieder, desinfizierte die Wunde. Die Diagnose war heftig, ein Krebsgeschwür. Eine OP würde Jacky nicht mehr überstehen, dafür war das Geschwür schon zu groß...

Wir bekamen Desinfektionsmittel mit und sollten ihr täglich einige Minuten Rotlicht anbieten.

Der Tumor verkapselte sich und eiterte nicht mehr.

Jacky wurde wieder ganz die Alte, mit Charme, kleinen Streichen und ihrer "Zahmheit" bezauberte sie mich weiter.

Im Alter von 8 1/2 Jahren brach der Krebs wieder aus, und wir mußten sie erlösen...

 

Meine Jacky wird immer in meinem Herzen und Gedanken bleiben!!!

 

Sie war ein ganz besonderer Freund, hat mich immer zum Lachen gebracht und war immer für mich da...

 

Trotzdem würde ich nie mehr nur einen einzelnen Welli halten!!!

Kein Mensch kann einen Wellipartner ersetzen!!! So schön wie es auch ist, einen super zutraulichen, zahmen Welli zu haben,

es ist gegen die Natur des Tieres!!!

 

Wellis sind Schwarmvögel und brauchen mindestens einen artgleichen Partner!!!

 

Und wenn ein Tierarzt gebraucht wird, geht zu einem Spezialisten (VTA = Vogelkundiger Tierarzt)!!!

Der Weg mag weiter sein, und die Kosten höher..., aber :

Für mich ist ein Haustier, egal wie groß oder klein es auch sein mag, ein Familienmitglied!

...und für seine Familie will und macht man nur das Beste!!!

 

Jackys Verlust war für mich das Schlimmste überhaupt...

...nie wieder wollte ich so einen Verlust erleiden, nie wieder wollte ich einen Welli...

 

Aber das Leben geht ja bekanntlich eigene Wege...

Meine Kusine schenkte mir kurz darauf einen neuen Welli. Den super lieben Sammy (links).

Er war ganz anders als Jacky, viel ruhiger, weniger neugierig, eher etwas melancholisch...

Durch Zufall bekam ich bald eine verrückte Henne dazu. Meine kleine, aufgeregte, wilde Lucy (rechts).

Sammy blühte auf!!! Plötzlich fand er alles spannend, erkundete mit Lucy jede Ecke in meinem Zimmer, und wurde ein fröhlicher, neugieriger Welli.

Lucy war für ihn sein ein und alles.

Was für eine Freude die Zwei zu beobachten!!!

Die Oberzicke Lucy hat Sammy meistens nur geärgert. Wo Sammy saß wollte sie auch sitzen, was Sammy fraß wollte sie auch fressen, wenn Sammy Ruhe wollte, wollte Lucy mit ihm spielen... Ein total durchgeknalltes Mädel ;-)

Sammy genoß seine Ruhephasen gerne auf meiner Schulter, erzählte mir das Allerneuste und kam auch auf die Hand.

Aber am meisten genoß er es, wenn Lucy mit ihm durchs Zimmer flog, sie sich gegenseitig liebevoll kraulten oder sie gemeisam ihre Welt erkundeten.

Lucy lebte leider nur ein Jahr..., aber in dieser Zeit ist mir klar geworden, daß bei mir kein Welli mehr alleine leben muß!!!

Sammy bekam natürlich einen neuen Partner und die Zwei hatten eine wunderare lange Zeit miteinander.

 

Schon damals keimte in mir der Wunsch, irgendwann mal den Platz und die Möglichkeiten zu haben, einer kleinen Wellensittichgruppe ein schönes Zuhause zu bieten. Aber das hat noch einige Jahre gedauert...

 

Es gab sogar eine Zeit, da wollte ich überhaupt keinen Welli mehr. Der Verlust jedes einzelnen Tieres war und ist so schmerzvoll und erfüllt mich jedesmal mit unsagbarer Traurigkeit und diese Gefühle wollte ich einfach nicht mehr ertragen müssen.

Naja, sagen viele, ist doch nur ein kleiner Vogel, den kann man doch schnell ersetzten...

Kann man eben nicht!!! Jedes Lebewesen ist einzigartig, hat seinen eigenen Charakter und ist für mich ein Stück meines Herzens!!!

...aber ich wollte ja eh keinen Welli mehr...

 

Und dann kam Barney!!!

Durch Zufall begleitete ich eine Freundin zu einem Vogelzüchter, der Kanarien, Nymphensittiche und Wellis hatte...

Ich verliebte mich sofort in einen traumhaft schönen hellgrauen Welli, völlig hypnotisiert waren alle meine Vorsätze wie weggeblasen und ich mußte ihn mitnehmen.


Barney war einfach wundervoll! Angst war ein totales Fremdwort für ihn. Er wollte alles entdecken, sein Vertrauen und seine Zutraulichkeit kannten keine Grenzen. Sein liebes Wesen und seine Neugier haben mich immer wieder zum Erstaunen gebracht.

Der kleine Mann blieb natürlich nicht alleine!!!

Er bekam eine wunderschöne blaue Henne an seine Seite. Die stolze Jolly.

Jolly hatte gleich die Hosen an. Sie machte Barney und mir von Anfang an klar, welcher Platz ihr gehört, welche Schaukel sie bevorzugt, fand meine Hand voll doof, saß dafür aber gerne auf meinem Kopf wenn ich am Schreibtisch saß. Dabei war sie nie böse, oder zickig, sondern nur sehr bestimmend.

Barney kümmerte sich rührend um seine Holde. Er fütterte und kraulte sie, ließ ihr beim Fressen immer den Vortritt und  liebte sie ohne Ende. Jolly fühlte sich wie eine kleine Königin ;-).

Einen kleinen Streitpunkt gab es aber doch in ihrer Beziehung... Wenn ich abends auf dem Sofa saß, kam Barney sehr gerne auf meine Schulter und erzählte mir seine Geschichten. Manchmal vergaß er dabei die Zeit und ging sehr spät in den Käfig.

...und das gab echt Ärger :-) Hatte Madame Jolly nicht schon schön auf ihrer Schaukel vor

sich hin geträumt..., und dann kommt der Kerl nach Hause, macht Lärm und will auch noch kuscheln..., geht ja gar nicht! Und das hat sie ihm auch laut und deutlich klar gemacht.

Ihre Tiraden konnten bis zu 10 Minuten andauern bevor wieder Ruhe einkehrte und alle zufrieden waren.

Im Laufe der Jahre lebten einige wundervolle Wellis bei uns. Einige wurden zahm, andere betrachteten die Federlosen mit Abstand. Und das war auch gut so. Mich hat es schon glücklich gemacht, wenn die Wellis sich gut verstanden haben und ich ihr Miteinander beobachten durfte.

Jeder Welli, der starb und ins Regenbogenland geflogen ist, ist in meinem Herzen und in meinen Gedanken. Ich liebe sie und werde sie nie vergessen!!!

 

Leider hatte ich nie genug Platz um mehr als 2 Wellis zu halten... Aber einen alleine hatte ich auch nie wieder!!!

Einzelhalzung ist für mich Tierquälerei und absolut nicht Artgerecht!!!

 

Mein Traum von mehreren Wellis in einer großen Voliere wurde immer größer.

 

2011 lebten zwei süße Welli-Hähne in unserem Haushalt. Correy - normal blau, und Terry - normal grün. Beide waren nicht sonderlich zahm. War mir auch nicht so wichtig, da es schon ungeheuren Spaß machte, die Zwei zu beobachten. Wenn sie ihren täglichen Ausflug hatten, kannte ihre Freude keine Grenzen. Erstmal wurden die Flügel ausgebreitet und sie veranstalteten eine rasante Flugshow durch die Küche. Manchmal war es echt besser den Kopf einzuziehen ;-) Dann wurde alles was an Spielzeug auf dem Vogelkäfig und dem Küchentisch lag runter geschmissen...,...ich durfte die Sachen wieder aufsammeln und das Spiel began auf´s Neue.

Terry war immer der Mutigere und landete oft auf meinem Kopf um eine kleine Pause einzulegen. Wenn Correy einen guten Tag hatte, kam er dazu und, schwups di wups, hatte ich ne neue Frisur :-) Für Hirse kamen sie manchmal auch auf die Hand.

Solche Momente waren immer etwas Besonderes für mich und haben mich wahnsinnig glücklich gemacht!!!

 

Mitte November 2011 verstarb Terry im Alter von 10 1/2 Jahren... Es brach mir mal wieder das Herz....und Correy auch...

Correy sollte und durfte nicht alleine bleiben. Eine Züchteradresse hatte ich nicht mehr, mal ins Netz zu schauen..., auf die Idee bin ich Trottel gar nicht gekommen..., also bin ich in eine kleine Tierhandlung gefahren und habe eine kleine blau-grüne Henne ausgesucht. Meine verrückte Silly.

Aber Silly konnte die Trauer von Correy nicht auffangen. Vielleicht war der Altersunterschied zu groß, Silly zu wild, die Trauer um den geliebten Freund noch zu frisch, oder oder oder... Ich weiß es nicht...

Correy folgte Terry ins Regenbogenland Mitte Dezember 2011 (im Alter von 11 1/2 Jahren).

Wieder zerbrach etwas in mir...

 

In den 4 Wochen zwischen Terrys und Correys Tod war ich dann doch im Internet unterwegs und suchte nach Wellensittich-

züchtern. Ich fühlte mich regelrecht erschlagen von den ganzen Seiten... Es gab so viele Wellis: nicht zahme Wellis, handzahme Wellis, zahme Wellis, superzahme Wellis, besondere  Farbschläge, spezielle Züchtungen, und und und....

Mir schwirrte der Kopf...

Ich habe ganz tolle Seiten gelesen, die ich auch jetzt noch regelmäßig besuche. Viele der Züchter waren mir aber zu weit entfernt. Es wurde zwar auch Tierversand angeboten, aber irgendwie möchte ich mir gerne "meinen" Welli persönlich aussuchen und auch persönlichen Kontakt zu den Züchtern haben.

Ein Züchter war nur eine Stunde Fahrt von uns entfernt. Seine Homepage wird täglich auf den neusten Stand gebracht, es gibt Filme vom Training seiner Flugzwerge, Bilder und Geschichten über die Wellis, viel Information und ein nettes Forum. Ich war begeistert!

Sogar mein Mann war fasziniert und interssierte sich jetzt mehr für Wellis.

So kam es, daß ich nach Correys Abschied bei dem Welliflüsterer Gerd Podszuweit in Ostfriesland landete.

 

Ich verliebte mich in einen blau-weißen handzahmen Schecken, der jetzt Sillys Gefährte wurde. Mein wunderschöner, lieber Marlon!!!

Marlon ist handzahm und ich kann ihn immer ganz easy per Fingertaxi aus und in die Voliere setzen. Mein Mann ist von dem kleinen Kerl auch mega begeistert und freut sich tierisch, wenn Marlon sich auch bei ihm auf die Hand setzt :-).

Silly ist dagegen sehr scheu und betrachtet uns lieber nur aus der Ferne. Aber egal, Hauptsache die Wellis verstehen sich und haben zusammen viel Spaß!

Silly und Marlon leben in unserer Wohnküche, unsere "Küchenwellis". Sie haben ein schönes großes Eigenheim, können täglich fliegen und sich auf ihrem Kletterbaum und den Spielplätzen austoben.

So schön wie es ist die Beiden im Haus zu haben, ist es doch nicht artgerecht. Wellensittiche sind Schwarmvögel!!! Deshalb werden Silly und Marlon im Frühjahr, wenn es wärmer wird, in die Welli-Hütte umziehen. Ich bin schon sehr gespannt wie die Zwei sich in ihrer neuen Umgebung einleben. (Sie bekommen dann auch ihre eigene Seite bei der Hütten-Gang.) :-)

 

 

Silly schloß am Mittwoch, dem 17. Dezember 2014 für immer ihre Äuglein...

 

Sie hatte wohl im Herbst eine Art Schlaganfall. Silly wollte nicht mehr aus der Voli raus und ihr Sehvermögen nahm immer mehr ab. Sie fand sich trotzdem gut in der Voli zurecht. Die Sitzstangen flog sie nicht mehr direkt an, sondern landete an den Käfigwänden und hangelt sich dann zu ihren Lieblingsplätzen weiter.
Dabei war Marlon ihr eine super große Hilfe.
Marlon war so wahnsinnig liebevoll und aufmerksam mit Silly, es ist kaum zu glauben... Er war immer in ihrer Nähe, füttert und krault Silly, zeigte ihr mit Lauten und zärtlichen Berührungen den Weg... Marlon ist so ein toller liebevoller Kerl und es überwältigte mich jeden Tag auf´s Neue, wie rührend er sich um Silly kümmerte. Wenn sie auf dem Boden saß stupste er sie immer wieder an, bis sie den Futternapf gefunden hat. Und wenn Silly in Richtung Wasser unterwegs war, lockte er sie mit Zwitscherlauten und klopfte mit dem Schnabel solange an den Wasserbehälter, bis sie auch den erreicht hatte.
Bin ganz stolz auf meinen kleinen fliegenden "Blindenhund"!!!

Am Mittwoch Morgen saß meine süße Silly am Futternapf und war fleißig am fressen. Eine Stunde später war sie friedlich eingeschlafen...

Silly wird immer in meinem Herzen sein!!!